Hertha erreicht Gruppenphase – 3:1 gegen Kopenhagen

Fußball-Bundesligist Hertha BSC Berlin hat gerade noch den totalen Fehlstart in die Saison abwenden können. Dank zweier Treffer des überragenden Gojko Kacar und einer furiosen Aufholjagd schlugen die Hauptstädter Brøndby Kopenhagen mit 3:1 (0:0) und zogen in die lukrative Gruppenphase der neu geschaffenen Europa League ein.

Nach dem Sieg über die Dänen sagte der Matchwinner: „Wir müssen jetzt weiter so spielen und jedes Spiel gewinnen.“ Club-Manager Michael Preetz stellte mit Blick auf das kommende Bundesligaspiel am 30. August gegen Werder Bremen fest, dass erst jetzt die „Saison richtig für uns anfängt.“

Auch die Spieler ließen sich vor 14.741 Zuschauern im Jahn-Sportpark nur kurz in der Fankurve feiern – und dachten dann schon wieder an die nächste Liga-Aufgabe. Nach dem 1:2 im Hinspiel hatte das Team von Trainer Lucien Favre durch einen Treffer von Morten Rasmussen (51. Minute) bereits 0:1 zurückgelegen, doch Kacar (75./86.) und Pal Dardai (80.) wendeten mit einer Energieleistung noch das Blatt. „Wir haben Charakter gezeigt und hervorragend reagiert„, lobte Favre seine Elf. „Wir haben gekämpft bis zur letzten Minute. Der Trainer hat alles richtig gemacht„, sagte der Mittelfeldspieler Kacar, der am Ende als Mittelstürmer agierte.

Die Berliner verdienten sich die europäische Spielzeit und die Zusatzeinnahmen mit einer deutlichen Steigerung gegenüber ihren ersten Saisonspielen. Die rund 1,5 Millionen Euro könnten schon bald wieder investiert sein. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung ist der kolumbianische Nationalspieler Adrián Ramos heißer Kandidat auf einen Stürmerplatz. Ramos‘ Berater-Agentur Creative Talent erklärte laut „Bild“ den Wechsel bereits als perfekt. Preetz wollte den Transfer aber noch nicht bestätigen. „Das ist falsch. Es gibt noch keinen Vollzug. Aber er könnte es werden, er gehört zum Kandidatenkreis„, sagte er der dpa. Der 23 Jahre alte Mittelstürmer Ramos soll in der Hauptstadt einen Dreijahresvertrag erhalten.

Und einen weiteren Angreifer können die Berliner auch trotz der drei Treffer gut gebrauchen. Denn in den ersten 45 Minuten wurde das Hertha-Manko der neuen Spielzeit wieder deutlich: die mangelnde Chancenverwertung nach dem Weggang der einstigen Tor-Garanten Andrej Woronin und Marko Pantelic. Erst nach dem Wechsel trafen die Gastgeber und sorgten endlich wieder für Festtagsstimmung in der Hauptstadt. „Wir haben uns reingefressen in das Spiel„, sagte Preetz.

Nach zuletzt drei Niederlagen nacheinander starteten die Berliner druckvoll in das schon zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison richtungsweisende Spiel. Gegen den zehnmaligen dänischen Meister sahen die Hertha-Fans in ihrem Ausweichquartier eine deutlich verbesserte Leistung ihrer Elf. Gleich in der Anfangsphase hatte Rückkehrer Artur Wichniarek zwei gute Chancen. Der polnische Angreifer scheiterte aber am guten Brøndby-Torwart Stephan Andersen (2./5.). Auch danach versuchten die Berliner, den Druck zu erhöhen.

Kacar per Fallrückzieher (15.), mit einem Schuss (27.) und per Kopf (28.) vergab drei gute Möglichkeiten. Als Friedrich den Brasilianer Cicero mit einem feinen Steilpass freispielte, war erneut Andersen auf dem Posten (39.). Erst in den letzten Minuten der ersten Halbzeit tauchten die Gäste gefährlich in des Gegners Hälfte auf. Prompt musste Hertha-Schlussmann Jaroslav Drobny gegen Morten Rasmussen in höchster Not mit den Fäusten klären (44.).

Tore gab es erst nach der Pause – dann aber ging es Schlag auf Schlag. Nach dem 0:1 durch Rasmussen aus abseitsverdächtiger Position drehten der überragende Kacar und Dardai die Partie.

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